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FAIR SHARE in Deutschland

Wir fordern alle gemeinnützigen Organisationen auf, mindestens 50% der Führungspositionen mit Frauen zu besetzen. Organisationen, die mehr als 50% Mitarbeiterinnen haben, sollten einen entsprechend höheren Anteil weiblicher Führungskräfte haben.

In gemeinnützigen Organisationen arbeiten etwa 70% Frauen, aber 70% männliche Führungskräfte. Ein talentierter Mann hat fünfmal so gute Chancen, eine Führungsposition zu erlangen wie eine talentierte Frau.

Gemeinnützige Organisationen sind eine wichtige Kraft im Kampf für die Geschlechtergerechtigkeit. Sie haben sich für die UN Nachhaltigkeitsziele eingesetzt und darauf bestanden, dass ein eigenes Ziel für die Geschlechtergleichheit und die Gleichberechtigung von Frauen und Mädchen verabschiedet wurde.

Der gemeinnützige Sektor erfüllt seine eigenen Forderungen nicht

Dennoch scheitern viele Organisationen daran, diese Gleichberechtigung in ihren eigenen Strukturen umzusetzen. Sehr häufig sind weit unter 50% der Führungskräfte Frauen, obwohl Frauen oft weit mehr als die Hälfte der Belegschaft ausmachen. Frauen haben demnach schlechtere Aufstiegschancen. Wenn Stiftungen und andere gemeinnützige Organisationen die UN Forderungen nicht erfüllen, verletzen sie wahrscheinlich sogar das Gleichheitsgebot des Grundgesetzes. Das muss sich schnellstmöglich ändern.

„Ich halte dies für ein Projekt mit starkem und vielfältigem Veränderungs-Potenzial. Wir brauchen Alternativen zur auf Männer zugeschnittenen Führung. Das gegenwärtige Zahlenverhältnis von Männern vs. Frauen in der Führung zivilgesellschaftlicher Institutionen fällt, GANZ gelinde gesagt, ins Auge.“ Ise Bosch – Förderin von FAIR SHARE

Bis spätestens 2030 einen fairen Anteil von Frauen in Führungspositionen erreichen

Wenn Stiftungen und andere gemeinnützige Organisationen das UN Nachhaltigkeitsziel erfüllen wollen, müssen sie bis spätestens 2030 einen angemessenen Anteil von Frauen in Führungspositionen erreichen.

Dies wird ihnen gelingen, wenn sie bereit sind, ihre Organisationskultur, ihre Arbeitsbedingungen und ihre Führungsphilosophie so zu ändern, dass sie den Herausforderungen der Zukunft und den Ansprüchen von Frauen genügen. Der gemeinnützige Sektor benötigt eine feministische und transformative Führungskultur.

"As feminists, we need to commit to redistributing the imbalanced power structures that for far too long have benefitted men at the expense of women. That is why I am committing to increase the number of women in the Senior Leadership and board level at Amnesty International. Our aim is to have 70% of these positions occupied by women by 2030, ideally well before then, in order to reflect the diversity and structure of the rest of our organisation." Kumi Naidoo, Secretary General of Amnesty International

Die Benachteiligung von Frauen messen

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FAIR SHARE of Women Leaders e.V. will weltweit dazu beizutragen, dass die Benachteiligung von Frauen in gemeinnützigen Organisationen messbar und sichtbar wird. Wir vergleichen den Frauenanteil in der Gesamtbelegschaft einer Organisation mit dem Frauenanteil auf ihrer Führungsebene. Die Benachteiligung von Frauen in konkreten Zahlen festzuhalten, erlaubt es festzustellen, welche Organisation einen angemessenen Frauenanteil in ihrer Führungsstruktur hat und welche nicht. Unser erster internationaler Monitor zeigt, wie groß die Unterschiede zwischen den Organisationen sind: während etwa ein Drittel der Organisationen einen angemessenen Frauenanteil auf der Leitungsebene aufweist, bleiben zwei Drittel, zum Teil dramatisch, hinter diesem Ziel zurück.

FAIR SHARE wird die Zahlen jährlich überprüfen und Fortschritte zeigen. Mit den Daten, die FAIR SHARE erhebt, wollen wir insbesondere den Frauen im gemeinnützigen Sektor Argumente liefern, um für eine faire Behandlung in ihren eigenen Organisationen einzutreten.

Frauen wollen führen – aber anders

Nicht selten hören wir das Argument, Frauen wollten gar nicht führen. Die Tatsache, dass es einer ganzen Reihe von Organisationen gelingt, eine angemessene Zahl weiblicher Führungskräfte an sich zu binden und der Umstand, dass diese Organisationen häufig erfolgreicher sind als die vorwiegend oder ausschließlich von Männern geführten, spricht gegen dieses Argument.

Richtig ist, dass viele Frauen sich oftmals nicht in eine traditionelle Führungshierarchie einfügen wollen. Sie erwarten eine andere Organisations- und Leitungskultur, die stärker auf Beteiligung, Repräsentation und Teamarbeit setzt und wollen diese Kultur auch mitgestalten. Führungspositionen mit Frauen zu besetzen, bedeutet daher auch, eine patriarchalische Führungskultur durch eine transformative, feministische Kultur zu ersetzen. Dies erfordert familienfreundliche Arbeitszeitregelungen, Talentförderung im Miteinander statt Gegeneinander, Führungsteams statt hierarchischer Einzelentscheidungen und vieles mehr. Davon profitieren nicht nur Frauen, sondern alle Mitarbeiter*innen, die in einem modernen und innovativen Arbeitsumfeld positiven Wandel in der Welt vorantreiben wollen.

"Amidst a global momentum around the importance of equality, inclusion, and representation, we believe our sector is ready to look at feminist leadership as a powerful - and collective - strategy for transformative change. Throughout our careers, feminism has traditionally been seen as an individual affiliation rather than an institutional strategy. However, some organisations within our sector are publicly embracing feminist principles, and exploring what a public shift towards feminism would mean for them and their work.” FAIR SHARE Action Circle

FAIR SHARE of Women Leaders e.V. bittet um Ihre Unterstützung

FAIR SHARE ist ein als gemeinnützig anerkannter Verein, der Frauen und interessierten Männern Daten und Werkzeuge an die Hand gibt, um sich für Gerechtigkeit einzusetzen und eine neue Organisationskultur im gemeinnützigen Sektor zu prägen. Mit unserer Arbeit zu feministischer Führungskultur haben wir eine zweite Arbeitsebene geschaffen. Weitere Instrumente, wie etwa ein Mentoring-System für Frauen, sind in Vorbereitung.

Bis März 2020 erstellen wir ein FAIR SHARE Monitor des deutschen gemeinnützigen Sektors. Wir bitten Sie, sich daran zu beteiligen: